Das Problem: Doppelpflege zwischen Baustelle und Klaes
Klaes ist in vielen Fensterbaubetrieben das Rückgrat von Kalkulation, Konstruktion und Auftragsabwicklung. Der Bruch entsteht davor: Das Aufmaß kommt als Zettel, Foto-Sammlung oder Excel-Liste ins Büro – und dort beginnt die Doppelpflege. Jede Breite, jede Höhe, jedes Detail wird ein zweites Mal erfasst, diesmal in Klaes. Bei zwanzig Positionen ist das lästig, bei zweihundert Positionen im Objektgeschäft ist es ein ernsthafter Kostenfaktor.
Diese doppelte Erfassung kostet nicht nur Zeit. Sie ist auch die Stelle, an der die meisten Fehler in den Prozess gelangen: Zahlendreher beim Abtippen, verwechselte Positionen, verlorene Anmerkungen. Ein Fehler, der hier entsteht, wandert durch Kalkulation, Konstruktion und Fertigung – und fällt oft erst bei der Montage auf. Je besser das ERP im Betrieb verankert ist, desto größer ist paradoxerweise der Schaden: Die falsche Zahl wird überall konsistent weiterverwendet.
Typischer Ablauf mit Klaes und Aufmaß App
- Vorbereiten im ERP: Vorgänge, Positionen oder relevante Stammdaten in Klaes anlegen – so wie Sie es heute schon tun.
- Auftrag in die Aufmaß App übernehmen: Die Positionen stehen dem Monteur auf Tablet oder Smartphone zur Verfügung; neue Positionen lassen sich vor Ort ergänzen.
- Vor Ort strukturiert erfassen: Maße per Bluetooth-Laser direkt in die Messmaske, Fotos mit Markierungen, Besonderheiten und Notizen an der jeweiligen Position.
- Prüfen und zurückspielen: Pflichtfelder sichern die Vollständigkeit, das Büro sieht das Aufmaß in Echtzeit – und die Daten gehen eindeutig zugeordnet zurück an Klaes.
- Weiterarbeiten mit belastbaren Daten: Angebot, Arbeitsvorbereitung oder Bestellung starten ohne erneute Eingabe.
Warum der Prozess wichtig ist
Sobald Aufmaßwerte, Bilder und Projektinformationen sauber zusammenlaufen, sinkt das Risiko von Doppelpflege. Der entscheidende Vorteil ist nicht nur der Export, sondern die klare Zuordnung jeder Information zur richtigen Position.
Gerade bei Ausschreibungen, Angebotsvarianten und mehreren Beteiligten im Betrieb hilft ein strukturierter Klaes-Prozess dabei, Rückfragen und manuelle Nacharbeit zu reduzieren. In der Praxis sparen Betriebe damit ein bis zwei Stunden Büroarbeit pro Auftrag – Zeit, die vorher in das Abtippen und Nachfragen geflossen ist.
Die Aufmaß App bedient dabei nicht nur Klaes: Auch FenOffice NG (ProLogic), Cobus Adulo, MFR und Odoo sind angebunden, dazu die Positionsübergabe via BISSID/ID4WIN. Wer mehrere Systeme im Einsatz hat oder perspektivisch wechseln will, bleibt flexibel – das Aufmaß bleibt gleich. Einen Überblick über den gesamten digitalen Prozess gibt der Leitfaden Digitales Aufmaß.
Worauf Betriebe achten sollten
- • Einheitliche Benennung von Vorgängen und Positionen: „BV Müller, EG, Küche links“ muss in Klaes und im Aufmaß dieselbe Position meinen – sonst entsteht die Verwechslungsgefahr, die man gerade abschaffen wollte.
- • Klare Verantwortlichkeit zwischen Büro und Aufmaßtechnik: Wer legt Vorgänge an, wer misst, wer prüft vor der Rückgabe? Ein kurzer, schriftlicher Ablauf verhindert Lücken.
- • Vollständige Dokumentation vor der Rückgabe in den ERP-Prozess: Was in Klaes ankommt, gilt als belastbar. Deshalb Pflichtfelder und Plausibilitätsprüfung vor Ort ernst nehmen.
- • Keine Medien und Notizen in parallelen Kanälen verstreuen: Fotos per Messenger und Notizen auf Papier unterlaufen den Prozess. Alles gehört an die Position im Aufmaß.
Einführung im Betrieb: so gelingt der Start
Die Umstellung auf den kombinierten Prozess ist kein Großprojekt – aber sie profitiert von einer klaren Reihenfolge. Bewährt hat sich der Start mit einem Pilotauftrag: ein reales, überschaubares Projekt, das ein erfahrener Mitarbeiter komplett digital abwickelt – vom Anlegen der Positionen über das Aufmaß vor Ort bis zur Übergabe an Klaes.
An diesem Pilotprojekt zeigt sich, wo die eigenen Konventionen angepasst werden müssen: Wie werden Vorgänge benannt? Wer prüft vor der Rückgabe? Welche Felder sind im Betrieb Pflicht? Diese Entscheidungen einmal sauber getroffen, skaliert der Prozess anschließend auf alle Monteure – ohne Schulungsaufwand, denn die geführte Messmaske erklärt sich draußen von selbst. Mit 25 kostenlosen Messungen lässt sich der Pilotauftrag risikofrei durchspielen, bevor eine Entscheidung fällt.
Häufige Fragen zu Klaes und Aufmaß App
Wie kommen die Aufmaßdaten in Klaes?
Über die Klaes-Schnittstelle der Aufmaß App: Vor Ort erfasste Positionen mit Maßen und Details werden strukturiert übergeben – ohne Abtippen im Büro. Alternativ stehen CSV- und Excel-Exporte zur Verfügung.
Was bringt die Kombination gegenüber Zettel und Klaes?
Die Doppelpflege entfällt: Der Datensatz entsteht schon auf der Baustelle in strukturierter Form. Das spart pro Auftrag typischerweise ein bis zwei Stunden Büroarbeit und eliminiert Abtippfehler.
Was passiert mit Fotos und Notizen aus dem Aufmaß?
Sie bleiben mit der jeweiligen Position verknüpft und stehen dem Büro in Echtzeit zur Verfügung – bei Rückfragen in der Arbeitsvorbereitung ist die Situation vor Ort jederzeit nachvollziehbar.